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Seit 30 Jahren bringt das hauseigene Radio des St.- Hildegardis-Krankenhauses Abwechslung in den Alltag. Zur Jubiläumsfeier waren auch Prominente zu Gast.
Lindenthal -„In 30 Jahren ist nur zwei Mal die Sendung ausgefallen: einmal ist ein Blitz eingeschlagen, und das andere Mal hatten wir Stromausfall“, berichtet Willy Habicht stolz. Der 21-Jährige macht gerade eine Ausbildung als Pfleger im Malteser-Krankenhaus St. Hildegardis in der Bachemer Straße und arbeitet nebenbei ehrenamtlich für den hausinternen Radiosender, der in allen Krankenzimmern empfangen werden kann. Habicht ist einer von 17 Freiwilligen, die sich neben ihren Hauptberufen für den Sender engagieren. „Wir sind eine bunt gemischte Truppe, sowohl beruflich als auch altersmäßig“, erklärt der Jüngste im Team - das älteste Mitglied ist 75 Jahre alt.
Zum 30. Geburtstag des Senders, der sich allein aus Mitgliedsbeiträgen seines Fördervereins und Spenden finanziert, luden die Moderatoren zum großen Jubiläumswunschkonzert in der Caféteria des Krankenhauses ein. Patienten und Mitarbeiter waren dazu genauso geladen wie viele Kölner Prominente. Als Gäste begrüßte das Team unter anderem Oberbürgermeister Fritz Schramma, der in den siebziger Jahren selbst gelegentlich für den Sender berichtete, Ludwig Sebus, seit fast 20 Jahren Ehrenmitglied des Vereins und den Schauspieler Chris Howland - der es sich nicht nehmen ließ, die live über den Hospital-Funk übertragene Feier mit einigen Liedern und Moderationen zu bereichern. So konnten auch diejenigen, die an ihr Krankenbett gefesselt waren, die Feier am Radio mit verfolgen. Die meisten dieser Gäste waren bereits in der Vergangenheit bei „Guten Abend um halb acht“ dabei, einer der beiden Live-Sendungen des Krankenhausfunks, in der neben Informationen und einem Hörerquiz auch häufig prominente Gäste zu hören sind. Den Rest der Woche werden rund um die Uhr Lieder „aus der Konserve“ gespielt, so dass sich die Patienten jederzeit ein wenig aus dem Krankenhausalltag entführen lassen können.
Die beliebteste Sendung ist das „Wunschkonzert“, hier werden jeden Samstag drei Stunden lang die Musikfavoriten der Patienten gespielt. Dazu werden jede Woche die Wunschlisten aus den einzelnen Krankenzimmern abgeholt, mit denen das Team dann aus den insgesamt 50 000 Titeln des Schallplatten-, CD-, Kassetten- und Computer-Archivs das Musikprogramm zusammenstellt. „Für ausgefallenere Wünsche müssen wir manchmal richtig recherchieren, aber in der Regel können wir alle berücksichtigen“, meint Habicht.
So freute sich Bernd Schlothauer, der seit mehreren Wochen in der Klinik ist, dass sogar Nordseelieder aus seiner Heimat gespielt wurden. Da wie er viele Patienten längere Zeit im Krankenhaus verbringen, wiederholen sich zwangsläufig viele Titel. Eine Ordensschwester wünscht sich zum Beispiel seit Jahren jede zweite Woche das „Ave Maria“, das neben dem „Gefangenenchor“ aus Verdis Oper „Nabucco“ und der „Kleinen Kneipe“ von Peter Alexander ganz oben auf der Liste der Krankenhaus-Evergreens steht. „Die Charts sind wahrscheinlich nirgendwo so konstant wie bei uns“, schmunzelt Habicht.
Mitmachen kann bei dem Sender jeder, der Interesse hat. „In der Regel bieten wir eine sechsmonatige Hospitanz an“, erläutert Vereinsvorsitzender Rolf Krahforst, „es ist aber auch möglich, nur für ein paar Wochen bei uns reinzuschauen.“
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